Ansprache beim Jugendevent am Samstag, den 29.09.2001: "Freiheit ist mehr"
(nach Matthäus 11, 28-30 von Pfarrer Opitz)



1. Teil

Wir alle kennen wie Matthias und Christian die Sehnsucht nach Leben und die Sehnsucht nach Freiheit. Was das genau ist, Freiheit, wissen wir oft gar nicht genau. Wir kommen uns vor wie ein Vogel im Käfig und wollen nur eins: tun und lassen, was wir wollen, raus und frei sein, frei von allem, was mich einengt und einzwängt, frei von den Zwängen, die uns Schule, Eltern und Gesellschaft auferlegen wollen. Nur, wohin soll die Reise gehen?
     Im Internet gab ich mal den Suchbegriff "Sehnsucht nach Freiheit" ein. Ich stieß auf Gedichte, ein Buch über Tango, auf eine Kontaktbörse für Hexen, die Hexer suchten, auf Angebote für Reisen nach Kalifornien, auf Musik in jeder Form. Dies sind nur ein paar von 118566 Suchergebnissen. Ich habe sie mir natürlich nicht alle angeschaut. Also unzählig viele Angebote, wo ich Freiheit finden kann.
     Vielleicht habt ihr schon von Älteren die Sätze gehört. "Du bist jung. Du hast das Leben noch vor dir. Du hast viele Möglichkeiten, das Leben zu leben." Das klingt gut, aber ist es auch wahr? Sicher, statistisch gesehen, habt ihr noch viele Jahrzehnte zu leben. Aber du hast doch nur ein Leben zu leben. Du mußt dich entscheiden, für einen Weg, für eine Spur. Selbst wenn ich mich auf nichts festlege, habe ich auch eine Entscheidung getroffen.
     Es gab einmal den Schlager "Mit 17 hat man noch Träume". Aber hat man sie noch mit 20 oder 25 oder 40 oder noch älter? Wißt ihr, was ich euch wünsche? Daß ihr nie sagen müßt: "Aus der Traum! Ich habe aufs falsche Pferd gesetzt. Meine Sehnsucht nach Freiheit ist bitter enttäuscht worden! Und jetzt, jetzt ödet mich das Leben an!" Marius Müller-Westernhagen gibt in seinem Song "Freiheit" den Ratschlag:
     "Alle, die von Freiheit träumen, sollen's feiern nicht versäumen, sollen tanzen auch auf Gräbern..."
     Stimmt das? Ist das Freiheit, wenn man feiert, das Leben genießt, bis zum Umfallen? Ich denke nicht. Kürzlich las ich den Satz: "Irgendwie habe ich es mir voller vorgestellt, als ich mir sagte, ich will das Leben in vollen Zügen genießen." Welch eine Enttäuschung spricht aus diesen Worten! Bitter enttäuscht vom Leben war auch der von vielen als "Rock - Messias" verehrte Kurt Cobain. Einer seiner Songs beschreibt seine Enttäuschung. "Here we are, entertain us" singt er. "Hier sind wir, unterhaltet uns!" Am 5. April 1994 nimmt er sich das Leben - auf dem Höhepunkt seiner Karriere. In einem Abschiedsbrief nennt als Grund Unmut und Langeweile.
     Unzählige ähnliche Beispiele könnte man noch nennen wie Janis Joplin, Jimi Hendrix, Bon Scott. Auch Christian und Matthias in unserem Theaterstück haben eine ähnliche Erfahrung gemacht. Nach anfänglicher Begeisterung kam die große Ernüchterung. Und du? Bist du vielleicht auch schon ernüchtert vom Leben? Und vielleicht hast du auch schon einmal gedacht wie Matthias in unserem Stück: "Es muß doch noch etwas anderes geben!"
     Der Band - Gründer der Pop - Gruppe "Queen" Freddie Mercury muß diese Sehnsucht gekannt haben. In einem seiner letzten Lieder vor seinem Aids - Tod singt er: "...noch ein zerbrochenes Herz, noch 'ne misslung'ne Romanze, immer so weiter - weiß überhaupt jemand, wofür wir leben? ... Draußen bricht die Dämmerung herein, doch drinnen im Dunkeln sehne ich mich danach frei zu sein." Doch einen Ausweg weiß er nicht. Im Refrain heißt es: "The Show must go on - die Show muß weitergehen." Muß wirklich alles so weitergehen. Muß alles beim Alten bleiben?
     Nein, jeder kann ein anderes Leben führen, ohne bittere Nebenwirkungen, auch du. Allerdings muß du zuerst bereit sein, dich mit den Ursachen für deine Unfreiheit zu beschäftigen.
     Laß dich einmal ein paar Minuten auf eine Ursachenforschung ein, auch wenn dir diese Gedanken total neu vorkommen, und erst recht, wenn du meinst, das kenne ich schon. Hör bitte gut zu! Es geht jetzt um die Wahrheit und um deine Freiheit. In einem Lied heißt es: Tun, was dir Spaß macht - ich hab' es probiert. Kaum eine Flucht hat zur Freiheit geführt. Hörte rund um den Globus meinen eigenen Schritt, wollte frei sein - und nahm mich doch mit." Da liegt das Problem! Dich selber nimmst du immer mit, egal was du tust, egal, wohin du gehst. Viele denken, sie sind frei, und merken gar nicht, wie abhängig sie sind - von der Meinung anderer, von dem , was gerade "in" ist, vom Diktat der Mode, von einem bestimmten Menschen, vom Geld, vom Job, oder von Alkohol und Drogen.
     Viel denken, sie sind frei und merken gar nicht, wie getrieben sie sind: vom Neid, vom Haß, vom Zorn, von der Gier, von der Angst. Viele denken, sie sind frei, und merken gar nicht, wie belastet sie sind: von Schuld und von inneren Verletzungen Manche merken, wie abhängig sie sind, wie getrieben, wie belastet. Sie wollen gerne anders sein - und schaffen es nicht.
     Sie nehmen sich alle selber mit. Nur den, der sie frei machen könnte, nehmen sie nicht mit. Das ist Gott. Er ist dein Lebenselement, ohne den du keine sinnvolles und freies Leben führen kannst.
     Ich möchte zur Verdeutlichung ein Bild gebrauchen: Wir alle haben ja schon mal eine Forelle gesehen. Meistens auf einem Teller als Essen. Aber die gibt's ja auch lebendig in Bächen und Flüssen. Nehmen wir einmal an, so eine Forelle hätte ihr Leben in dem kleinen Bach, in dem sie lebt, satt. Sie spricht: "Ich will raus, immer nur dieser öde Bach, in dem ich lebe. Es gibt doch sicher noch was anderes. Ich will leben und frei sein!" Sprach's und sprang aus dem Bach an Land. Was dann passierte, brauche ich wohl nicht weiter zu schildern. Wenn eine Forelle versucht, ohne Wasser zu leben, klappt das nicht. Und wenn du versuchst, ohne Gott zu leben, funktioniert das auch nicht.
     Und doch liegt uns dieses selbstzerstörerische Unabhängigkeitsstreben von Gott im Blut. Daß ich mich nicht um ihn und seine guten Gebote kümmere oder mich nur dann nach seinem Willen richte, wenn es mir paßt. Daß ich eben so lebe, wie ich es für richtig halte, auch wenn es mir gar nicht gut tut. Dieses Unabhängigkeitsstreben hat einen ganz bestimmten Namen. Wir verwenden es nur noch, wenn wir im Straßenverkehr Punkte sammeln oder beim Essen Kalorien. Ich spreche vom Wort Sünde. Aber Sünde bedeutet viel mehr als nur zuviel zu essen oder bei Rot über die Ampel zu fahren. Sünde heißt, daß ich mein Leben ohne Gott leben will. Sünde heißt, der Mittelpunkt meines Lebens ist nicht Gott sondern das eigene Ich. Ein Sünder ist nicht nur ein Verbrecher sondern jeder Mensch. Denn wer kann schon sagen, daß Gott im Mittelpunkt seines Lebens steht? Kannst du es?
     Ein Leben ohne Gott hat nun auch Folgen: Sünde macht kaputt, immer kaputt, die Beziehung zu Gott, das Leben anderer und sich selbst. Ein paar Beispiele: Wer ohne Gott lebt, verzichtet dann auch auf seine Liebe und wird selber lieblos. Daher kommt es, daß Krieg, Gewalt, Haß, Neid, Eifersucht, aber auch eiskaltes Verhalten im Leben von uns Menschen immer wieder vorkommt - auch in unserem Leben, und schaffe es nicht anders zu werden. Ich verwechsle dann auch die Liebe zwischen Mann und Frau mit egoistischer Gier. Ich spreche dann zwar von Liebe, meine aber meine egoistische Triebbefriedigung. Und werde dabei unfrei. Ich muß dann pornographische Hefte lesen, oder entsprechende Filme sehen und komme davon nicht los. Wer Gott verläßt, verläßt auch die Geborgenheit, die Gottes Nähe gibt. So suche ich auf eine andere Weise Sicherheit in meinem Leben. Deshalb kommt es zur Sucht nach Erfolg und Wohlstand, zum Glauben an Maskottchen oder Horoskop, Spiritismus, Wahrsagerei. Oder man sucht Geborgenheit bei Alkohol und Drogen. - Und kommt dabei in wahrhaft teuflische Abhängigkeiten. Ein Leben ohne Gott bedeutet auch ein Leben ohne die tiefe Freude zu führen, die er geben kann. So suche ich nun statt Freude Spaß und Vergnügen. Doch die Gier nach immer mehr Spaß, nach dem ultimativen Kick macht mich nur noch hohler und leerer.
     Wahre Freiheit finde ich nur bei Gott. Aber wie bekomme ich sie?


2. Teil

Die Last deines Lebens, der Rucksack, der immer schwerer wird, kann dir abgenommen werden! Du kannst wirklich von ihr frei sein! Diese Freiheit bietet dir Jesus an. Er sagte einmal (Matthäus 11,28 -30): "Kommt her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Frieden geben. Nehmt meine Herrschaft an und lebt darin! Lernt von mir! Ich komme nicht mit Gewalt und Überheblichkeit. Bei mir findet ihr, was euerm Leben Sinn und Ruhe gibt. Ich meine es gut mit euch und bürde euch keine unerträgliche Last auf."
     Er ruft die, die die Last des Lebens, ihren Rucksack, nicht mehr weitertragen wollen. Er ruft die Gebeutelten, die Kaputten, die von ihren Leidenschaften und Süchten zerstörten, die von Angst und Sorge umgetriebenen, die Schuld auf sich geladen haben, die unter ihrer Sünde leiden, die gerne anders wären, viel lieber und freundlicher und es nicht schaffen. Er ruft die, die Sehnsucht haben nach Freiheit, Hunger nach Leben, die, die gemerkt haben, - vielleicht erst heute abend - so will ich nicht weitermachen! Er ruft die, die Sehnsucht haben nach einem Leben, das Sinn macht, die hungern nach echter Liebe. Er ruft dich, jetzt, heute abend! Er sagt zu dir: "Komm her zu mir, ich werde dir Frieden geben. Bei mir findest du, was deinem Leben Sinn und Ruhe gibt." Komm doch, gerade du! Du darfst zu Jesus kommen, und zwar so, wie du bist. Du brauchst ihm nichts vorzuspielen, denn er kennt dich besser, als du dich selbst. Er weiß, was in deinem Rucksack drin ist. Er weiß alles von dir - und hat dich trotzdem lieb!
     Du darfst die ganze Last, die du mit dir herumschleppst, zu ihm bringen. Er nimmt sie dir ab, vergibt dir alle deine Schuld, löscht sie aus, als wenn sie nie geschehen wäre. Sei doch bitte nicht so dumm wie Christian in unserem Theaterstück, der meinte allein mit seinen Lasten leben zu können! Leg doch ab! Deine Probleme, deine Schwierigkeiten, deine Schuld, deine Verzweiflung, leg alles ab! Sprich mit ihm und bitte ihn in dein Leben. Wie froh und frei könntest du dann sein! Was könnte alles anders werden! Ich denke da an einen jungen Mann. Man nannte ihn Paddy. Er wollte von Gott nichts mehr wissen und sagte zu ihm: "Ich geh jetzt meinen Weg und will erstmal Spaß am Leben haben. Ich geh nicht mehr in den Gottesdienst, bete nicht mehr, les' keine Bibel, ich mach nix mehr, was mit Glauben zu tun hat. Tschüß Gott" Er traf sich immer öfter mit Kumpels, um mit ihnen zu feiern, mit Alkohol versteht sich. Die Feiern wurde immer häufiger. Er war täglich auf der Arbeit voll. Bald war der Führerschein weg. Er versuchte, mehrmals mit dem Alkohol aufzuhören. Aber es gelang ihm nicht.
     Schließlich fuhr er auf eine christliche Freizeit. Und auf dieser Freizeit startete er ein Leben mit Gott. Er sagte zu ihm: "Jesus, ich will ab heute mit Dir leben, ich hab alles versaut, das tut mir leid. Bitte verzeih mir, nimm mein Leben jetzt in deine Hand. Du bist ab heute der Chef. Du weißt bestimmt besser, was gut für mich ist. Du bist für den Mist, den ich verzapft hab, und meine Verletzungen am Kreuz gestorben, das nehm ich jetzt für mich persönlich an. Zum Glück bist Du auch wieder lebendig geworden, und ich kann jetzt ewig mit Dir leben. Danke." Plötzlich konnte er sich wirklich freuen, und es war, wie wenn nicht nur Rucksäcke sondern Zementsäcke von den Schultern genommen wurden. Er war so glücklich. An dem Abend hat er dann noch mit einem Freund gebetet, daß er es schafft, mit dem Trinken aufzuhören und auch davon wegzubleiben. Er war sofort frei! Er selber sagte: "Seit dem Tag hab' ich Gott kennengelernt, so wie er wirklich ist, nämlich mein bester Freund, der liebste Chef und der beste Vater der Welt. Mein Leben hat sich wirklich radikal geändert,. Jesus hat die Verletzungen aus meiner Vergangenheit geheilt, mich frei gemacht, mir echt Freude geschenkt, ewiges Leben und noch vieles mehr. Nicht alles auf einmal, das könnte keiner verkraften, aber Stück für Stück."
     Jesus schenkt uns Freiheit von allem, was unser Leben zerstört. Wer sich an Jesus bindet, der wird frei. An Jesus sich binden, wie kannst du das tun? Ich möchte dir drei praktische Tips geben: 1. Tip: Mach reinen Tisch. Mach deinen Rucksack auf und hol raus, was da drin ist. D.h. sprich das, was dich belastet, aus. Ich selbst habe ja schon oft meine Schuld, den Müll meiner Seele, vor meinem Seelsorger bekannt. Und ich weiß es von vielen Christen, die es genauso wie ich gemacht haben. Wir haben Vergebung unserer Schuld erfahren und waren dann wirklich frei und froh.
     Wer das gleiche erleben möchte, den bitte ich nach Ende der Veranstaltung dazubleiben und nach vorne zu kommen. Wir gehen dann in einen Raum, wo wir ungestört miteinander reden können, und ich möchte ihm dann den Weg zu Jesus zeigen und ihm die Vergebung zusprechen.
     2. Tip: Bitte Jesus nicht nur um Vergebung sondern bitte ihn auch: "Herr Jesus, übernimm du jetzt die Herrschaft in meinem Leben!" Er will nämlich, daß du dich nach seinem Willen richtest, dein Leben nach seinen Geboten ausrichtest.
     Und wenn du ihn darum bittest, wirst du staunen, was sich in deinem Leben verändert. Du willst dann gerne ihn lieb haben, sein Wort ernst nehmen, es regelmäßig lesen und hören. Du willst dich gerne nach seinen Geboten richte, wie die Wahrheit zu sagen, Sex nur in der Ehe zu haben, es mit Mein und Dein genauer zu nehmen, um nur einiges zu nennen. Dies wird geschehen, wenn du mit seiner Kraft rechnest.
     Deshalb möchte ich dir noch einen 3 Tip geben: Bleib in Verbindung mit Jesus! D. h. bete zu ihm, höre und lese sein Wort! Dann gibt er dir seine Kraft! Du kannst so leben, wie er es Jesus es haben will, wenn du mit seiner Kraft rechnest. Er gibt sie dir, wenn du ihn darum bittest. Dann wirst du die Erfahrung machen: Die Gebote Jesu sind nicht zu schwer. Seine Last ist leicht. Du hast die Freiheit, dich für oder gegen Jesus zu entscheiden. Die Entscheidung kann dir keiner abnehmen. Du kannst dir natürlich Zeit nehmen zum Überlegen, zum Abwägen der Argumente. Aber vergiß bei deinen Überlegungen ein Argument nicht, das entscheidendste, und gewichtigste: Es gibt keinen, der es so gut mit dir meint wie Jesus Er hat sein Leben für dich am Kreuz gelassen. Aus Liebe zu dir. Damit du frei werden kannst von der Sünde. Vergiß das nicht bei deiner Entscheidung. Du findest keine größere Liebe als bei Jesus.