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Ansprache beim Jugendevent am 6.10.2000: "Nie mehr allein" (nach Johannes 15, 13-16, von Pfarrer Opitz) Sie sitzt in ihrem Zimmer und betrachtet die untergehende Sonne. Aus ihrem Radio dudelt ein Lied von Glück und Liebe. Nein, das kann sie jetzt nicht hören! Glück und Liebe, das mag für die anderen gelten, für sie nicht. An diesem Sonntagnachmittag hatte sie sich mit Bekannten zu einem Ausflug verabredet. Als sie fünf Minuten zu spät am Treffpunkt ankam, war keiner mehr da. Ohne sie waren sie losgefahren. Traurig und den Tränen nahe war sie wieder nach hause gegangen. Auch wenn sie es sich nicht eingestehen wollte, sie ist nur geduldet in dieser Clique. Sie fühlt sich, als sei sie ganz allein in einem dunklen Wald. Durch die Bäume scheint Licht von einem Fest, auf dem sich Menschen vergnügen. Sie gehört nicht dazu. Ihre Mutter würde es nicht verstehen, wenn sie ihr sagte, daß nicht nur ältere Menschen einsam sind. -"Freunde sind selten", so haben wir es eben in dem Lied gehört. Vielleicht ist es uns schon einmal ähnlich ergangen. Wir fühlten uns einsam und verlassen und sehnten uns ganz einfach nach einem Freund, nach einem Menschen, auf den wir uns verlassen können, einem, der Zeit für uns hat, der nicht nur dann etwas von uns wissen will, wenn wir gut drauf sind, sondern auch dann, wenn es uns schlecht geht. Manchmal vergessen wir, daß wir Freunde brauchen: wenn wir alleine vor dem Computer sitzen oder vor dem Fernseher, wenn unser Alltag mal wieder hektisch verläuft - in der Schule oder auf der Arbeit. Aber irgendwann einmal merken wir doch wieder, daß wir auf sie angewiesen sind, vor allen Dingen, wenn wir irgendeine Hilfe oder einen Trost brauchen. Gerade in solchen Situationen können wir spüren, daß wahre Freunde etwas sehr Seltenes sind. Wir müssen die bittere Erfahrung machen, daß man uns nicht zuhört oder nicht ernst nimmt, wenn wir Verständnis brauchen, daß man uns im Stich läßt, wenn wir um Hilfe bitten. Umgedreht müssen wir uns selber auch fragen: Wo waren wir gute Freunde? Waren wir zur Stelle, wenn es anderen dreckig ging oder haben wir uns dann lieber still und heimlich verdrückt? Wann haben wir echtes Interesse an den Problemen anderer Menschen gezeigt? Wenn wir uns selber nicht freundschaftlich verhalten haben, müssen wir uns nicht wundern, wenn auch wir keine Freunde haben. Du magst schlechte Erfahrungen mit sogenannten Freunden gesammelt haben, du magst gemerkt haben, daß jede Freundschaft an ihre Grenzen stößt, daß Freundschaft zerbrechen kann und daß du selber auch kein guter Freund gewesen warst: trotzdem gibt es einen, der dein Freund sein möchte. Das ist Jesus Christus. Im Johannesevangelium, Kapitel 15, sagt er: "Die größte Liebe beweist jemand, der sein Leben für die Freunde hingibt. Und ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch aufgetragen habe. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn einem Knecht sagt der Herr nicht, was er vorhat. Ihr aber seid meine Freunde; denn ich habe euch alles gesagt, was ich vom Vater gehört habe." Nun kann man sich natürlich fragen: Was nützen uns solche Sätze? Jesus sagt zwar hier, er ist mein Freund, aber ich kann ihn nicht sehen, anfassen, riechen. Handelt es sich hier um fromme Phrasen, die letztlich keinem helfen? Nein, Jesu Freundschaft ist wirklich erfahrbar. Jesus ist mehr als ein Mensch, der vor 2000 Jahren gelebt hat und gestorben ist und nun nichts mehr mit meinem Leben zu tun hat. Er ist der Sohn Gottes. Was das heißt? Es heißt: Gott hat einen Namen - es ist der Name Jesus! Gott hat ein Gesicht - es ist das Gesicht von Jesus! In jenem Mann von Nazareth ist Gott einer von uns geworden. Das behauptet die Bibel. Und das ist die Erfahrung der Jesusnachfolger seit 2000 Jahren. Das ist auch der eigentliche Grund, warum es immer noch eine Kirche gibt. Gott ist in seine Welt gekommen. Und lebte unter seinen Menschen. Als Kind in einer unbedeutenden Handwerkerfamilie. Da hat Gott unsere Hoffnungen und Ängste geteilt. Unsere Mühen und Freuden. Unsere Schicksale und Bedrängnisse. Gott wurde ein Mensch in Jesus. Gott hat geschlafen und gewacht. Gegessen und getrunken. Gespielt und gelernt. Gelacht und geweint. Geliebt und gelitten. Ja, auch gelitten! Am Kreuz gelitten. Da am Kreuz starb Gott in Jesus. Für jeden von uns. Da gab Gott sein letztes Hemd für seine Menschen. Für unsere Sünde. Für alle Lieblosigkeit. Für alle Gemeinheit. Für alle Selbstsucht. Da am Kreuz, da sehen wir das wahre Gesicht Gottes: es ist das Gesicht des leidenden Jesus Des Jesus, der da für uns die Hölle durchmachte. Damit wir, du und ich, die Hölle nicht erleben müssen. Am Kreuz, da starb Jesus stellvertretend für uns. Deshalb heißt er auch Heiland, d. h. Retter. Denn er möchte uns für den Himmel retten. Möchte dir und mir ewiges Leben schenken. Erfülltes Leben im Hier und Jetzt. Und vollkommenes Leben in Gottes zukünftiger Welt. Darum ist Gott in Jesus Christus einer von uns geworden. Und bis heute ist dieser Retter erfahrbar. Weil der gekreuzigte Jesus von den Toten auferstanden ist. Gott ist einer von uns geworden und bittet Menschen bis heute: Ich möchte dein Freund werden. Ich möchte eine persönliche Lebensbeziehung mit dir eingehen. Du, du brauchst dich nicht vor mir zu schämen. Auch wenn du noch soviel Schuld und Versagen mit dir herumschleppst. Ich nehme dich so, wie du bist. Du brauchst keine Angst vor mir zu haben. Ich will dein Leben nicht kaputt sondern heil machen. Bitte laß dich doch von mir lieben. So ein Angebot ist einmalig. Das findest du nirgends mehr auf der Welt. Bei keinem Menschen. Denn ein Mensch kann dich nicht so lieben wie Jesus, so unbeirrbar, so groß, ohne Aufhören. Und auch bei keinem anderen Gott. Du kannst dir alle Religionen anschauen. Kein anderer Gott liebt dich so wie Jesus. Von keinem anderen Gott hörst du so einen Satz wie diesen: "Ich will dein Freund sein!" Ein Mädchen schrieb: "Als ich das erste Mal kapiert habe, warum Jesus so cool ist, war ich 16 Jahre alt. Mir war obermäßig langweilig, ich war nämlich auf einer Familienfeier. Das einzig Interessante war eine heiße Diskussion zwischen meinem Opa, der Pfarrer ist, und einem anderen Typen, der Atheist war. Ich fand es witzig und hab zugehört. Da sagte mein Opa: "...der Unterschied zu allen anderen Weltreligionen ist, daß Gott auf die Erde gekommen ist zu den Menschen, und überall sonst versuchen die Menschen durch irgend was zu Gott zu kommen..." Ich saß da wie vom Blitz getroffen. Ich hab es da zum ersten mal kapiert: Gott ist für mich runtergekommen - hat sich umbringen lassen wegen mir. Ich fand es ziemlich heftig und wußte gar nicht, was ich sagen sollte...” Persönliche Frage: Bist du bereit, dich auf diesen Gott einzulassen? Willst du ihn zum Freund haben, dich von ihm lieben lassen und auf diese Weise dein Leben verändern lassen? Die Menschen reagieren ja ganz verschieden auf diesen Gott. Viele wollen von ihm und dem Angebot seiner Freundschaft nichts wissen. So wie jener Junge, der im Religionsunterricht eine Fahrradzeitschrift las. Provozierend sagte er zu mir: "Das ist meine Bibel. Denn mein Fahrrad hat mir schon oft geholfen." Ihm war sein Fahrrad sein Abgott, so wie bei anderen Leuten das Geld, ihr Beruf, irgendein Mensch, Vergnügen oder Sex ihr Abgott ist. In den Herzen von solchen Menschen hat Jesus keinen Platz. Sie brauchen ihn nicht als ihren Freund. So wie jenes Mädchen, das mir sagte: "Ich möchte so leben wie ich will und mich nicht nach den Geboten irgendeines Gottes richten." Oder wie jene Menschen, die ich als Pfarrer besuchte, weil sie im Sterben lagen und auch noch im Tod auf den nicht ansprechbar waren, der ihnen das ewige Leben geben konnte. Wie sieht das bei dir aus? Wenn Jesus noch nicht dein persönlicher Freund ist, dann bedenke: So muß das nicht bleiben. Du kannst das ändern. Du kannst deinem Leben eine neue Richtung geben. So wie jenes Mädchen, das seine Konfirmation ernst nahm. Es merkte irgendwann im Laufe des Unterrichts: Geld ist nur etwas vom Leben. Gott ist das ganze Leben. Konfirmation kann mehr sein als bloß Zahltag. Konfirmation ist eine Möglichkeit, ganz bewußt ja zu Gott zu sagen. So wurde der Tag der Konfirmation zu einer entscheidenden Weichenstellung im Leben. Oder der Mann, der ganz verschämt zu seinem Pfarrer kam: "Herr Pfarrer, ich muß beichten. Da ist etwas, das liegt wie ein dunkler Schatten über meinem Leben. Das macht mich kaputt." Und dann sprach er vor Gott das aus, was da war an Schuld. Und der Pfarrer durfte ihm im Namen von Jesus zusprechen: "Dir sind deine Sünden vergeben." Jeder von euch kann diesen Schritt auch tun. Jetzt, wenn ihr für euch betet: "Herr Jesus nimm mich an. Vergib mir alle Schuld. Ich will dein Freund sein und möchte, daß du von nun an mein Leben bestimmst." Oder du kannst nach dem Abend zu mir kommen. Ich werde hier vorne bleiben und du kannst mich ansprechen. Wir können dann in ein Zimmer gehen, wo wir ungestört sind. Dann kannst du mir alles erzählen, was dich belastet an Schuld, aber auch an Sorge und Angst. Keiner außer mir und Gott wird den Inhalt dieses Gespräches je erfahren. Und dann werde ich mit dir beten und dir die Vergebung deiner Sünden zusprechen. Auf diese Art und Weise kann heute deine Freundschaft mit Jesus anfangen. Eine ganz besondere Freundschaft. Es ist nicht so, daß beide in dieser Beziehung gleichberechtigte Partner sind. Jesus möchte, daß du dich nach seinem Willen richtest. Und das ist richtig so. Denn er weiß am besten, was dir gut tut. Aber er zwingt dich zu nichts. Er ist ja dein Freund, Und du darfst ihm auch alles sagen, was dir auf dem Herzen liegt. Er hört es. Und du wirst die Erfahrung machen, daß deine Gebete auf offene Ohren stoßen. Er hilft dir und steht dir bei, wenn du ihn anrufst. Wenn du Jesus als Freund hast, bist du wirklich nie mehr allein. Dann ist er immer bei dir. Er hat es denen versprochen, die an ihn glauben: "Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer und überall bei euch, bis an das Ende der Welt!" Auf Menschen kannst du dich nicht hundertprozentig verlassen. Auch der beste Freund wird dich irgendwann einmal enttäuschen. Aber Jesus wird dich ganz gewiß nie im Stich lassen. Ich kann dir die Garantie dafür geben, nicht nur für ein Jahr oder fünf Jahre, sondern für dein ganzes Leben. Jeder, der es gewagt hat, ihm zu vertrauen, hat es erfahren, daß Jesus gerade dann spürbar nahe war, als er ihn brauchte. Auch ich. Als ich als Neunzehnjähriger Liebeskummer hatte und eine Welt für mich zusammenbrach, da war Er auf einmal spürbar nahe. Ich kann es gar nicht beschreiben, so wunderbar war es. Er war da und hat mir allen Kummer aus dem Herzen weggenommen. Alle Traurigkeit war wie weggewischt, weil ich wußte: Er ist da, er hat mein Leben in seiner Hand und er macht alles recht. Als ich dann später in eine mir fremde Universitätsstadt zum Studieren ging, war mir zunächst mulmig zumute: Allein in einer fremden Stadt! Aber da half mir auch dieses Wort Jesu: "Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer und überall bei euch, bis an das Ende der Welt!" Ich konnte glauben, was ich immer wieder in meinem Leben durfte: Ich bin ja gar nicht allein! Jesus ist doch bei mir. Ich bin von Natur aus ein eher vorsichtiger und ängstlicher Typ. Manchmal hat es ja auch Vorteile, wenn man nicht so draufgängerisch ist. Aber oft kann man sich auch selber ausbremsen, wenn man nicht das nötige Selbstbewußtsein hat. Wißt ihr, was das einzige war, was mir in angstbesetzten Situationen geholfen hat, wenn man Angst hat vor bestimmten Menschen, vor bestimmten Unterrichtsstunden, vor bestimmten Ansprachen? Der Glaube, daß Jesus mich begleitet hat, daß er gewissermaßen neben mir stand. Die Angst war zwar sicher oft auch noch da und taucht bis auf den heutigen Tag immer wieder auf. Aber ich machte die Erfahrung: Diese Angst muß mich nicht lähmen, muß mich nicht handlungsunfähig machen. Sondern mit Jesus bin ich stärker als sie. Und die Erfahrung seiner Hilfe machte mich im Laufe der Zeit gelassener - und auch neugieriger. Neugierig darauf, wie er mir wohl in dieser neuen Situation helfen kann. Helfen kann er auch dir, wer du auch bist, und in welcher Lage du bist. Du mußt nicht verzweifeln, - oder gar dein Leben wegwerfen. Ich möchte ihm auch in Zukunft vertrauen, daß er immer bei mir ist. In jeder Not wird er mir beistehen und mir helfen. Wenn ich schuldig werde, wird er mir vergeben. Und auch, wenn meine letzte Stunde kommt, wird er mich nicht verlassen. Dann wird der mich zu sich nehmen, zu sich in sein Reich. So glauben kann ich nicht alleine. Kann niemand alleine. Ich bin froh, daß ich viele Menschen kenne, die auch an Jesus glauben, so wie ich. Es ist etwas ganz Wertvolles, in so einer Gemeinschaft der Glaubenden zu sein, auch wenn es natürlich auch Menschen mit ihren Fehlern und Schwächen sind, - so wie ich auch. Denn sie können mir neuen Mut machen zum Glauben. Sie können mit mir und für mich beten. Durch sie kann mir immer wieder die Liebe Jesu begegnen. "Nie mehr allein!" Diese Aussage mag für manche von euch übertrieben klingen. Aber es ist wirklich so. Du bist nicht allein, wenn du an Jesus glaubst. Auch wenn du keine Freunde hast, oder meinst keine zu haben: Einer ist und bleibt dein Freund: Jesus Christus. |