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Ansprache beim Jugendevent am Freitag, den 17.10.2003: "Gott - unauffindbar?"
(von Pfarrer Opitz)
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Bild: Anzeige: Bitte melde dich! "Bitte melde dich!" - Mit dieser Annonce suchten verzweifelte Eltern ihr Kind, das von zu hause abgehauen war. Die Eltern schlugen einen Treffpunkt vor: ein Hotel in Bremen. Ob ihr Kind überhaupt diese Zeilen las, ob es zu dem Treffpunkt kam? "Bitte, melde dich!" - Dieser Satz steht in unzähligen Kontaktanzeigen. "Bitte, melde dich!" Mit diesen oder ähnlichen Worten haben sicher auch viele Menschen versucht, mit Gott Kontakt aufzunehmen. Gott soll sich zeigen, in einer bestimmten Lage eingreifen und helfen. Geht das überhaupt: Mit Gott Kontakt aufnehmen? Man kann ihn ja nicht sehen! Bild: Fernrohr auf der Kanzel Mit einem Fernrohr kann man zwar den sichtbaren Himmel erforschen. Aber auch das beste Teleskop kann kein Bild von Gott einfangen. Er ist in einer Welt, die für unsere Augen nicht zugänglich ist. Diese Unsichtbarkeit Gottes hat immer wieder Menschen veranlasst, an seiner Existenz zu zweifeln. Sie sehen ihn nicht. Und deshalb glauben sie nicht an ihn. Zumindest spielt er in ihrem Leben keine Rolle. Wenn der moderne Mensch überhaupt noch über Gott nachdenkt, dann meist unter der Fragestellung: Wo ist Gott zu finden? Der Philosoph Nietzsche erzählt einmal von einem Mann, der mit einer Laterne durch die Straßen einer Stadt geht. Auf die Frage hin, wen er suche, antwortet er: "Ich suche Gott. Aber ich finde ihn nicht. Denn Gott ist tot." Bild: Gott ist tot Gott ist tot, meint Nietzsche, und nicht nur er. Das heißt, er spielt für uns Menschen keine Rolle, er gibt keine Lebenszeichen von sich. Wieviel Böses geschieht jeden Tag auf dieser Welt, und Gott verhindert es nicht! Er greift anscheinend nicht ein. Die kürzlich verstorbene Theologin Dorothee Sölle sagte: Nach Auschwitz könne man nicht mehr an einen gütigen Gott glauben, der "alles so herrlich regiert". Und die amerikanische Dichterin Emely Dickinson meinte: In früheren Zeiten wussten sich die Menschen im Leben und im Sterben in der gnädigen Hand Gottes geborgen. Doch diese Hand sei jetzt amputiert und Gott unauffindbar. Zweifellos hat die Zahl derer, die nicht an Gott glauben, in den letzten hundert Jahren enorm zugenommen. Aber diese Tatsache ist kein Beweis gegen die Wahrheit dieses Glaubens. Ich kann Gott nicht sehen. Das stimmt natürlich. Aber es gibt vieles, das wir nicht sehen können, und an deren Existenz wir trotzdem glauben. Z. B. radioaktive Strahlen, oder die Welt der menschlichen Gefühle wie Angst, Liebe oder Hass. Oder dein Verstand. Es kommt doch keiner auf den Gedanken, an seiner Existenz zu zweifeln, auch wenn du ihn nicht siehst, oder? Bild: Autocrash Auch das Böse auf dieser Welt ist kein Beweis dafür, das es Gott nicht gibt. Es ist eher ein Beweis dafür, dass es keine guten Menschen gibt. Wer verursacht denn Autounfälle? Wer hat denn die Konzentrationslager gebaut oder die Massenvernichtungsmittel hergestellt? Wer führt denn Kriege, quält andere Menschen, verschmutzt die Umwelt und bringt das Klima durcheinander? Doch niemand anders als der Mensch selber! Natürlich weiß ich auch, dass es viel Elend gibt, das wir Menschen nicht verschulden. Aber wir sollten die Leidfrage nicht missbrauchen, um Gott auf eine Anklagebank zu zerren, auf die wir vielleicht selber gehören. Bild: Marionettenspieler Der Mensch ist keine Marionette. Gott hat dem Menschen die Freiheit gegeben, echte Freiheit, die auch nein zum Guten und nein zu seinem Schöpfer selber sagen kann. Gott will uns als seine Partner haben, nicht als Roboter, die auf Knopfdruck funktionieren. Liebe zwingt nicht, auch die Liebe Gottes nicht. Sondern sie lässt los, lässt den Menschen los, lässt ihn auch falsche Wege gehen, auch wenn Gott zutiefst darunter leidet, auch wenn es ihm das Herz zerreißt. Ein Gott, der das Böse des Menschen nicht zulässt, müsste uns an die Kette der Unmündigkeit legen. Bild: Apfelblüte Gott existiert. Und es gibt Spuren seiner Existenz. Eine Spur sehen wir hier auf diesem Bild: eine Apfelblüte. Jedes Jahr neu vollzieht sich millionenfach in der Natur das Wunder, dass Bäume Knospen treiben, die das blühen anfangen und sich aus den Blüten Früchte entwickeln. Bild: Apfel Kein Mensch schafft es, so eine Frucht wie einen Apfel wachsen zu lassen. Aber Gott tut dies jedes Jahr millionenfach. Wahrscheinlich würden wir Menschen mehr über so einen Apfel staunen, wenn Gott jedes Jahr nur einen einzigen auf der ganzen Welt wachsen ließe. Aber ist das Wunder einer Frucht dadurch kleiner, dass wir es so häufig sehen? Wird es dadurch nicht noch größer? Es gibt so viele Hinweise auf Gottes Existenz und Schöpfermacht, die wir gar nicht wahrnehmen. Bild: Blauer Planet Zum Beispiel das Wunder, dass wir auf einem Planeten leben, der sich mit der wahnwitzigen Geschwindigkeit von 1600 Kilometern pro Stunde um seine eigene Achse dreht. Würde die Erde es etwas gemütlicher angehen lassen, sagen wir zehnmal langsamer sein, dann wären Tag und Nacht zehnmal länger. Das heißt, die Sonnenglut eines Tages würde alle Pflanzenwelt verbrennen lassen, die Kälte einer einzigen Nacht alles andere Leben erfrieren lassen. Der Mond ist 384.000 Kilometer von der Erde entfernt. Wäre er näher, so wäre sein Einfluss auf Ebbe und Flut so stark, dass sämtliche Erdteile zweimal am Tage überflutet würden. So könnte ich noch viele Beispiele nennen, die das Leben auf der Erde erst ermöglichen. Alles Zufall, oder doch Hinweise auf Gott, sichtbare Spuren seines Wirkens? Bild: Daumen Oder nehmen wir nur das Wunderwerk Mensch. Der Physiker Isaac Newton hat einmal gesagt, dass ihn allein der menschliche Daumen von der Existenz Gottes überzeugen würde. Gott ist erfahrbar, in der Natur und auch im persönlichen Leben. Dieser Gott, der dieses gewaltige Universum geschaffen hat, der Leben auf dieser Erde ermöglicht hat, der möchte auch mit dir und mir eine ganz persönliche Beziehung eingehen. Seine wunderbare Liebe, die er auch für dich empfindet, möchte er dir zeigen und mitteilen. Dieser große und gewaltige Gott möchte auch in dein kleines Leben eingreifen. Bild: Fußabdruck Nur, wie finde ich ihn? Nietzsches Mensch suchte Gott und fand ihn nicht. Das ist das Lebensgefühl vieler Menschen. Sie suchen Gott in der Natur, in ihrem eigenen Inneren, und finden ihn doch nicht. Wenn du dich auch aufgemacht hast, um Gott zu suchen, dann lass dir sagen: Du brauchst Gott nicht mehr zu suchen. Er ist schon längst da. Du schon längst in seinen Fußspuren und merkst es vielleicht nicht einmal! Dass du heute abend da bist, ist kein Zufall. Sondern Gott ist auf der Suche nach dir! Deshalb bist du heute abend da! Gott sucht dich. Gott hat sich aufgemacht, um auch dich zu finden. Nicht Gott versteckt sich. Sondern wir Menschen. Nicht er ist unauffindbar, sondern oftmals wir, weil wir uns vor ihm verstecken. Gott sucht Menschen, auch dich, Menschen, die bereit sind, sich auf ihn einzulassen, an ihn zu glauben, mit ihm Erfahrungen zu machen. Ich kann Gott erleben, auch wenn ich ihn nicht sehe. Bild: Drachensteigen Ein Junge lässt am Strand bei herrlichem Wind seinen Drachen steigen. Als seine Schnur völlig abgerollt ist, sieht man den Drachen gar nicht mehr, so hoch ist er in die Wolken hineingeschwebt. Ein älterer Herr tritt zu dem Jungen und fragt ihn, was er da mache. "Ich lasse meinen wunderschönen Drachen steigen!" sagt der Junge stolz. "Aber ich sehe gar keinen Drachen", sagt der Mann. "Ich sehe ihn auch nicht", antwortet der Junge, "und doch ist er da, ich fühle, wie er zieht." So geht es mir auch mit Gott. Menschen fragen mich, wo denn Gott ist. Er ist doch nicht zu sehen. Ich sehe ihn auch nicht. Aber ich spüre, wie er zieht, wie er mich zu sich zieht, mit seiner Liebe. Und diese Liebe kann jeder erfahren, auch du, vielleicht sogar heute abend.
2. TeilDas Eingreifen Gottes nennt die Bibel Wunder. Wunder müssen keine naturwissenschaftlich unerklärbare Ereignisse sein. Das Entscheidende an einem Wunder ist, dass ein Mensch in dem Ereignis das Eingreifen Gottes erkennt. Es gibt die alltäglichen Wunder, die jeder erfährt: die Tatsache, dass man lebt und noch lebt. Und es gibt auch die besonderen Wunder Gottes. Ich habe schon oft in kleinen und in großen Dingen das Eingreifen Gottes in meinem Leben erfahren dürfen. Ein für mich besonders eindrückliches Erlebnis hatte ich auf der Autobahn. Meine Frau und ich waren im Winter mit dem Auto unterwegs, auf der A9 Bayreuth - Nürnberg. Plötzlich fing es an zu schneien. Unerwarteter Wintereinbruch - mit Sommerreifen! Bald war die Fahrbahn mit Schnee bedeckt. Als es eine Steigung hinaufging, drehten die Räder durch. Ich musste immer langsamer fahren. Ich schaltete immer weiter zurück, doch auch im ersten Gang drehten die Räder durch. Hinter mir sah ich, wie schon einige Autos wieder die Fahrbahn hinunterrutschten. Da rief ich in meiner Not nur dies eine Wort: "Jesus!" Als ob unser Auto nun von hinten angeschoben würde, schafften wir die Steigung. Es war uns ein großes Wunder, durch das Eingreifen Gottes, genauer gesagt durch Jesus Christus. Ein anderes für mich besonderes Erlebnis mit Gott hatte ich am 2. Weihnachtsfeiertag vor 10 Jahren. Meine Familie und ich sind mit Verwandten zum Mittagessen in einem Gasthaus hier in Bayreuth. Unser Thomas, damals eineinhalb Jahre alt, krümmt sich mit sichtlichen Schmerzen auf seinem Stuhl. Bald kann er nicht einmal mehr wimmern vor Schmerzen. Meine Frau und ich fahren mit dem benommenen Kind in die Kinderklinik. Dort geschieht bei der Aufnahme das erste Wunder: Wir sollten dem Kind das Fieber messen, was wir aber in unserer Verwirrung ganz vergaßen. Dann kam die Schwester zurück, maß das Fieber selber und entdeckte dabei, was die Ursache der Schmerzen war: ein eingeklemmter Leistenbruch. Unser Thomas hatte schon etwa vier Stunden Schmerzen, und so ein eingeklemmter Leistenbruch kann nach sechs Stunden lebensgefährlich werden, wenn das durchgebrochene Stück Darm abstirbt. Es war also höchste Zeit für einen Eingriff! So wird sofort ein Arzt alarmiert, der den Jungen weiteruntersuchen soll. In der Wartezeit lege ich meinem Sohn die Hand auf und bete für ihn. Der Junge lebt sichtlich wieder auf. Der Arzt, der dann kam, untersuchte ihn noch. Aber unser Thomas kam um eine Notoperation herum. In diesen Stunden griff eine Todesmacht nach unserem Jungen. Aber wir haben eine noch stärkere Macht erfahren, die helfende und heilende Macht Gottes. Und wir waren trotz aller Not in seiner Hand geborgen. Und diese Geborgenheit war das entscheidende Wunder. Denn es kann einer mit Recht einwenden: Es gibt aber andere Beispiele, wo Menschen geglaubt und gebetet haben, und die Hilfe kam nicht so, wie sie es sich erwartet haben. Wir können eben Gott nicht vorschreiben, wann und wie er auf unser Gebet hin einzugreifen und zu helfen hat. Aber auch in Pleiten, Pech und Pannen, in Unfällen, Krankheiten, verhauenen Schulaufgaben, Liebeskummer oder Arbeitslosigkeit lässt Gott uns nicht allein. Gerade da kann er dir sogar besonders nahe sein: durch sein Wort. Gott ist nicht stumm. Sondern er redet. "Und Gott sprach", das ist die häufigste Formulierung im Alten Testament. Gott sprach zu Abraham, zu Mose, zu den Propheten. Und das Neue Testament ist eine einzige Rede Gottes an die Menschen. Denn im Neuen Testament geht es um Jesus, den das Johannesevangelium als das Wort Gottes bezeichnet. In der Person Jesu, in seinen Worten und Taten, redet Gott zu uns Menschen, bis auf den heutigen Tag. Bild: Mann vor verstaubter Bibel Gott redet nicht per Lautsprecher vom Himmel. So darf man sich das Reden Gottes nicht vorstellen. Er redet mit einem, wenn er in der Bibel liest oder wenn Menschen in seinem Auftrag - wie ich heute abend - sprechen. Allerdings hörst du das Reden Gottes nicht automatisch, wenn du in der Bibel liest oder eine Predigt hörst. Es hängt von deiner Einstellung ab, ob du nur irgendwelche Worte liest oder hörst, die Menschen verfasst oder gesagt haben, oder dir da Gott selber begegnet. Gott kann nicht mit jedem reden. Gott redet mit dir, wenn du so klein wirst wie er. Er wurde ja ganz klein, ein Kind, das in einem Stall in Bethlehem geboren wurde. Gott wurde ein Mensch wie du und ich. Seine Eltern gaben ihn einen Allerweltsnamen: Jesus. Gott lebte auf unserer Erde. Warum? Damit wir ihn besser verstehen können, was er uns zu sagen hat. Deshalb kam er uns so unglaublich nahe. Er hat unser Leben geteilt und auch unseren Tod. Er ist an einem Kreuz gestorben, um uns zu zeigen, wie sehr er uns liebt. Viele Menschen stellen sich über diesen gekreuzigten Gott. Sie können mit ihm nichts anfangen. Und Jesus hat ihnen auch nichts zu sagen. Nur mit denen kann er reden, die ihn brauchen, die seine Liebe und vor allen Dingen seine Vergebung brauchen. Brauchst du das auch: Vergebung deiner Sünden? Dann hast du die besten Voraussetzungen dafür, dass Jesus mit dir redet, heute noch! Bild: Drei Kreuze Als Jesus ans Kreuz genagelt wurde, da hingen rechts und links von ihm noch zwei andere Männer. Es waren jüdische Terroristen, die die Römer zum Tode verurteilt hatten. Einer dieser Verbrecher wandte sich mit den höhnischen Worten an Jesus: "Bist du nun der Messias? Dann beweise es! Hilf dir selbst und uns!" Was antwortete Jesus auf diese provozierenden Worte? Gar nichts! Was hätte er auch einem Menschen sagen sollen, der ihn gar nicht als Sohn Gottes anerkannte, der nur Hohn und Spott für ihn übrig hatte, weil er anscheinend als Versager hier am Kreuz hing. Der andere Verbrecher wies seinen Kumpanen zurecht: "Fürchtest du Gott nicht einmal jetzt, kurz vor dem Tod? Wir hängen hier zurecht. Wir haben den Tod verdient. Der hier aber ist unschuldig; er hat nichts Böses getan." Und zu Jesus sagte er: "Herr, denke an mich, wenn du in dein Königreich kommst." Da antwortete ihm Jesus: "Ich versichere dir: Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein." Mit diesem Mann redete Jesus und gab ihm die Zusage der Vergebung und des ewigen Lebens. Denn dieser Terrorist hat den Ernst seiner Lage erkannt. Er stand kurz vor dem Tod und er wusste: Es klebte Blut an seinen Händen. Er war schuldig geworden. Und diese Schuld quälte sein Gewissen. Er wusste ganz genau: Diese Schuld trennte ihn von Gott, in Ewigkeit von Gott. Weißt du das auch? Dieser Terrorist wusste noch mehr: Dieser Jesus war unschuldig. Er hatte niemanden etwas zuleide getan. Wahrscheinlich kannte dieser Mann Jesus oder hatte zumindest von ihm gehört. Von dem Gekreuzigten ging eine Atmosphäre der Liebe und Vergebung aus. Selbst am Kreuz bat er für seine Mörder mit den Worten um Vergebung: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!" Diese Worte hatte der Terrorist gehört. Und da horchte er wohl auf. Dieser Jesus bittet seinen Vater um Vergebung für Menschen, die ihn ans Kreuz gehängt hatten! Dann kann er vielleicht auch mir vergeben! Und sein Instinkt betrog ihn nicht. Jesus verstand die schüchterne Bitte um Vergebung und sprach sie ihm zu. Jesus redet mit jedem, der so wie dieser Terrorist ganz unten ist, der sich tief beugt und unter seine Schuld stellt. Wer Vergebung haben will, mit dem redet er. So haben es unzählige Christen erlebt. Auch ich. Das erste Mal in meinem Leben erfuhr ich, dass Jesus ganz persönlich mit mir redete, als ich Vergebung suchte. Da sprach ein Wort aus den Psalmen ganz unmittelbar zu mir: "Lobe, den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Der dir alle deine Sünden vergibt." Von diesem Zeitpunkt an gab dieser Jesus immer wieder mir Lebenszeichen, besonders dann, wenn ich unten am Boden lag. Gerade dann redete er zu mir. Satz: Gott im Heizungskeller? An der Tür zum Heizungskeller unseres ehemaligen Pfarrhauses hatte irgendjemand ein Poster hingehängt. Darauf stand: "Gott ist da, wo man ihn einlässt." Immer wieder musste ich schmunzeln, wenn ich diesen Satz dort las. Wohnt Gott auch in einem Heizungskeller? Doch, gerade da! Gerade in den Kellern deines Lebens will Gott dir durch seinen Sohn Jesus Christus nahe sein. Wenn es dir gar nicht gut geht. Wenn es dunkel in dir ist und kalt. Wenn du einsam und krank bist. Und vor allen Dingen, wenn du schuldig geworden bist. Gerade dann zieht er sich nicht von dir zurück. Gerade dann, wenn du betest: "Hilf mir doch! Vergib mir!" In den Psalmen steht: "Gott ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind." Also den kaputten Typen ist er nahe. Von denen lässt er sich finden und die findet er. Auch hier in diesem Saal. Jesus Christus spricht: Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer und überall bei euch, bis an das Ende dieser Welt. Ich weiß, es klingt anmaßend, was ich jetzt sage. Aber es ist trotzdem wahr: Gott ist dir jetzt nahe, jetzt in diesem Augenblick, durch seinen Sohn Jesus Christus. Er redet jetzt mit dir, jetzt in diesem Augenblick spricht er mit dir und sagt: "Ich will dein Freund sein. Ich will dir deine Schuld vergeben. Ich will dir helfen, dich trösten, dir Kraft geben, Hoffnung für die Zukunft "auch über den Tod hinaus. Nimm doch meine Liebe an. Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer und überall bei euch, bis an das Ende dieser Welt." Gott lässt euch nicht alleine. Und auch ich möchte euch nicht alleine lassen, wenn ihr noch Fragen habt. Wenn du Gottes Hilfe brauchst und weißt nicht wie du sie bekommen kannst, dann sprich mich nach diesem Abend einfach hier vorne an!
© 2003 by Dieter Opitz
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