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Bayreuth, den 25.9.04
"Glück gehabt?" - Ansprache von Good News About Jesus 2004, zweiter Abend
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Es ist sehr einfach glücklich zu werden, - sagt uns das Werbefernsehen. Bestimmte Gummibärchen machen Kinder froh, und Erwachsene ebenso. Iss nur die richtige Schokolade und du wirst glücklich. Bestimmte Deodorants garantieren eine taufrische Ausstrahlung und Erfolg bei Männern. Bei der richtigen Kaffeesorte verfallen alle Omis und Tanten in Verzückung - und auch manche Promis. Wer eine bestimmte Biersorte trinkt, der ist immer gut drauf.. Ein Mann braucht nur das richtige Auto fahren, dann hast du es im Leben geschafft.
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Die Werbung will uns einreden: Du brauchst nur das nötige Geld, um dir das Glück kaufen zu können. Doch stimmt das? Wissenschaftler untersuchten einmal 54 Länder der Erde hinsichtlich ihres Glücksniveaus. Das reiche Deutschland lag an 33. Position. Die Plätze 1 und 2 belegten die armen Länder Venezuela und Nigeria! Professor Oswald von der britischen Warwick Universität fand heraus, dass Geld durch Lottogewinn in der Regel zur tiefen Enttäuschung führt. Denn die Erfüllung materieller Wünsche hat weder Erleichterung noch Frieden zur Folge, ja nicht einmal das Gefühl von Sicherheit.
Der steigende Wohlstand der letzten Jahrzehnte hat unsere Gesellschaft nicht glücklicher gemacht. Das eigene Haus im Grünen, der Besitz von immer mehr Konsumgütern, der Urlaub in den abgelegensten Paradiesen dieser Welt geben nicht das erhoffte große Glück. Die Gier nach mehr, immer mehr, die blieb. Irgendwas fehlt immer.
Sex ist für viele der Glücksspender. Aber ein Leben nach dem Lustprinzip macht den Menschen auch nicht glücklicher. Die Millionenschar von seelisch und auch körperlich kaputten Menschen, die nach diesem Prinzip gelebt haben, widerlegt diese Meinung. Der Psychiater Viktor Frankl kam aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung zu dem Ergebnis: Je mehr es einem Menschen im Leben um die Lust geht, desto mehr vergeht sie einem auch, so wie einem Sand, den ich krampfhaft in meiner Faust zu halten suche, umso schneller zwischen den Fingern zerrinnt. Der sicherste Weg zum Unglücklichsein ist das Streben nach Lust.
Man sieht zwar viele Menschen, die anscheinend glücklich sind, denen man nichts von Freudlosigkeit oder Traurigkeit anmerkt, ja die selber sagen, dass sie glücklich sind. Die meisten Deutschen bezeichnen sich als "ziemlich" oder "sehr glücklich". Trotzdem geben fast die Hälfte an, sie seien sehr erschöpft oder zerschlagen. 17 Prozent gaben an, sie hätten immer wieder mit Ängsten und Sorgen zu kämpfen. Obwohl die Menschen äußerlich glücklich sind, fühlen sie sich verunsicherter denn je. Der Weg, der das Glück sucht in Spaß und Konsum, ist eine Sackgasse.
Hinter vielem Lachen verbirgt sich eine große Traurigkeit. Um viele Probleme weiß nur der beste Freund oder gar niemand. In Gesellschaft mag es uns gut gehen. Aber wenn der Trubel vorbei ist, wenn wir allein sind, fällt die Maske.
Das geht auch manchem Prominenten so.
Bild Robbie Williams
Das Popidol Robbie Williams zum Beispiel hält das Leben alleine nicht aus. Sogar in der Nacht muss neben seinem Bett ein Leibwächter stehen.
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Auch Gesundheit und Bildung machen nicht glücklicher. Darauf weist die Zeitschrift "Psychologie heute" unter Berufung auf amerikanische Glücksforscher hin. Kranke seien im Durchschnitt nicht unglücklicher als Gesunde. Entscheidend ist die innere Einstellung. Auch der Bildungsgrad habe keine Bedeutung für das Lebensglück.
Die modernen Glücksforscher fanden mehrere Faktoren heraus, die zum Glücklichsein beitragen. Die glücklichsten Leute meiden Einsamkeit und umgeben sich möglichst oft mit Familie, Freunden und Bekannten. Weiter schützt ein aktiver Lebensstil vor dem Unglücklichsein. Nicht zuletzt haben Dankbarkeit und Optimismus einen hohen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit. Wer also Freunde hat und Freude an seiner Arbeit, wer auch sein Leben von der sonnigen Seite sehen kann, der gute Voraussetzungen zum Glücklichsein. Auch mich macht es glücklich, dass ich Freunde habe, auf die ich mich verlassen kann, eine Frau und Kinder, die ich liebe und auf die ich stolz bin, einen Beruf, den ich gern ausübe, der mich fordert und erfüllt.
Aber das ist nicht das ganze Glück. Das beste und entscheidende Glück fehlt in der Aufzählung der modernen Glücksforscher. Es ist das Glück, das dir Gott geben kann - und auch mir gegeben hat.
Ein junger Atheist sagte nach einer christlichen Jugendveranstaltung: "Ich habe den Eindruck, Glauben ist nur etwas für Leute mit Problemen. Ich habe aber keine Probleme!" Es ist ja schön, wenn einer keine Probleme hat. Ich wünsch dir auch keine. Ich wünsch dir auch, dass du mit 70 glücklicher bist, als die Leute in unserem Stück. Du brauchst auch keine Probleme, um glauben zu können. Ich wünsch dir Glück mit deiner Gesundheit, deiner Arbeit und mit deinen Beziehungen. Aber all dieses Glück ist unbeständig und vergeht irgendwann einmal. Freunde können dich verlassen oder enttäuschen, Ehepartner können sterben, eine noch so befriedigende Arbeit kannst du früher oder später nicht mehr ausüben. Jedes Glück verlässt dich einmal, - und wenn es erst im Zeitpunkt deines Todes ist. Aber Gott schenkt dir ein Glück, das nie vergeht. Denn es kommt aus der Ewigkeit und bleibt in Ewigkeit. Gott und sein Glück ist niemals Schnee von gestern.
Bild: Schnee von gestern
Jesus redet immer wieder von dieser Ewigkeit. Er nennt es das Reich Gottes. Es ist eine Wirklichkeit, die wir zwar nicht sehen können, die aber genauso real ist wie die sichtbare. Das Reich Gottes ist kein frommes Märchenland, keine Vertröstung für die, die mit ihrem Leben nicht klar kommen. Sondern es kann genauso wahrgenommen werden, wie die Welt, die uns umgibt. In vielen Bildern und Geschichten umschreibt Jesus dieses Reich. Immer wieder erzählt er von der mächtigsten Kraft in diesem Reich. Es ist die Liebe und Vergebung Gottes.
"Wo ist denn nun dieses Reich?" haben fromme Leute Jesus einmal gefragt. "Es ist mitten unter euch", gab er zur Antwort. Das heißt: Er selbst ist es. Er gibt selbstlose Liebe ohne Nebengedanken, Vergebung Geborgenheit und Hilfe in Nöten. Das Reich Gottes ist nicht das Jenseits. Sondern das ewige, unvergängliche Reich Gottes mit seinem Glück ist da, wo Jesus ist. Und wo ist Jesus? Er ist nicht in einem Grab vermodert. Sondern er ist auferstanden. Er lebt heute noch unter uns. Er war gestern, ist heute und bleibt in Ewigkeit. Du kannst ihn nicht sehen. Aber er kann mit dir reden. Seine Worte, die er gesagt hat, können dich heute noch unmittelbar ansprechen. Auch heute abend ist er da und kann dich durch das, was ich in seinem Namen sage, ganz persönlich ansprechen. Und er kann dir das Glück schenken, das mit seiner Gegenwart verbunden ist.
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Erst wenn du es erfahren hast, merkst du, was dir in deinem Leben bisher entgangen ist. Ich möchte es nicht mehr missen. Ein Leben ohne dieses Glück könnte ich nicht mehr führen. Es wäre für mich die Hölle.
Ich denke an ein Theaterstück. Es heißt: "Jener unerwartete Überfall". Ein junges Mädchen stirbt bei einer Operation und ist nun in einer anderen Dimension, von der die Bibel immer wieder redet. Sie ist in der Ewigkeit. Dort geht alles so weiter wie bisher: Partys, coole Freunde, Vergnügen jeder Art. Das Mädchen ist total begeistert. Doch bevor sie sich in ihre immerwährende Party stürzt, darf sie vorher noch Gott begegnen. Aus einer Tür fällt ein helles Licht. Man hört eine wunderbare Musik. Das Mädchen kann sich von diesem Anblick nicht mehr losreißen. Denn nun weiß sie: Mit Gott zusammensein, ist ein Glück, das sie vorher noch nie gekannt hat. Es ist das größte Glück, gegen das alles andere Glück dieser Welt ganz klein wird. Und nun geht ihr auf, was sie in ihrem Leben bisher verpasst hat – zu spät! Zu spät!
2. Teil
Das Glück, das dir Jesus geben kann, ist ganz anders als das Glück, das du sonst finden kannst. Es ist absolut voraussetzungslos. Du musst nicht reich sein, musst nicht Erfolg im Beruf haben, musst nicht viele Freunde haben, musst nicht einmal ein anständiger Mensch sein. Seine berühmte Bergpredigt beginnt Jesus mit einem verrückt klingenden Wort. Es stellt alles auf dem Kopf, was Menschen über das Glück zu sagen wissen. Jesus sagt: "Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, denn Gottes Herrschaft und Herrlichkeit gehört ihnen."
Jesus nennt Bettler glücklich, Bettler vor Gott. Ein Bettler ist einer, der unter dem Existenzminimum lebt. Er kann nicht aus eigener Kraft sein Leben bewältigen. Sondern er ist auf die Hilfe anderer angewiesen und muss um sie bitten, eben betteln. Wer nun ein Bettler vor Gott ist, der weiß, dass er ihm nichts zu bieten hat und ihn durch nichts beeindrucken kann. Er hat erkannt, dass er nicht so lebt, wie Gott es von ihm erwartet. Wer reich ist vor Gott, wer also meint, auf Vergebung verzichten zu können, der ist nicht glücklich zu nennen. Er ist vielmehr zu bedauern. Denn er verzichtet auf das Glück, das Jesus ihm schenken will. Nur wer arm ist vor Gott, dem kann Jesus sein Glück geben, das Glück seiner Vergebung und seiner Liebe, die ihn ein Leben lang nicht verlässt. Nur einer, der um Vergebung bittet, kann sie auch bekommen. Nur einem, der Jesus seine leeren Hände entgegenstreckt, kann er sie mit seinen Gaben füllen.
Bild: Stefan Thieme
Ich denke an Stefan Thieme aus Erlangen. Als Jugendlicher suchte er das Glück auf einem falschen Weg. Er fand es cool, zu rauchen, möglichst viele Freundinnen zu haben und Alkohol zu trinken. Stefan wurde ein stadtbekannter Rowdy, dessen "Ruhmestaten" stets in der Tageszeitung standen. Einmal kletterte er völlig betrunken auf einen Baukran. Dort setzte er sich ganz vorne auf den Ausleger des Krans und rauchte eine Zigarette. Ein großes Aufgebot von Polizei und Feuerwehr fuhr auf, um ihn wieder heil von da oben herunterzuholen.
Später wollte Stefan an einer Abendschule die Mittlere Reife nachholen. Dort lernte er jemand kennen, der ihm sehr liebevoll und persönlich von seinem "Retter Jesus" erzählte. Was er Stefan sagte, weckte in ihm die Sehnsucht, diesen Jesus auch kennenzulernen.
Sein neuer Freund gab ihm ein kleines Büchlein zum Lesen. Darin erzählten einige Menschen in beeindruckender Weise von ihrem Glauben. Er las dieses Buch eines nachts, als er nicht schlafen konnte. Das Lesen sollte ihn eigentlich müde machen, doch es kam ganz anders. Es weckte in ihm den Wunsch: "Diese Hoffnung will ich auch haben! So einen Neuanfang wollte ich auch machen. Einfach neu beginnen und alles, was schief gelaufen war, vergessen und neu starten." Am Ende des Büchleins stand ein kleines Gebet. Es lautete etwa so: "Lieber Gott, ich danke dir, dass dein Sohn Jesus Christus auch für mich am Kreuz gestorben ist und mich von meiner Schuld befreien möchte. Ich glaube, dass Jesus Christus mir ewiges Leben schenken kann. Ich bitte dich um Vergebung meiner Sünden. Bitte komme du nun durch deinen heiligen Geist in mein Leben und mache einen neuen Menschen aus mir. Amen."
In dieser Nacht kniete Stefan vor seinem Bett und sprach dieses Gebet. Er spürte, wie eine Last von ihm abfiel. Am nächsten Morgen kam er strahlend auf die Arbeit. Seine Kollegen fragten ihn verwundert: "Was ist denn mit dir los?" Sie sahen die Hoffnung und den Frieden in seinen Augen. Sie merkten auch schnell, dass er keinen Spaß mehr am Alkohol und Sprücheklopfen hatte. Seine Sehnsucht nach Glück war gestillt. Denn er hatte den kennengelernt, der seinem Leben wieder Wert verliehen hatte.
Wenn du Jesus nachfolgst, hast du nicht immer ein bequemes Leben. Da hast du nicht alle Tage Sonnenschein. Du bleibst auch als Christ nicht verschont vor Finanzproblemen, Krankheit, Liebeskummer und anderen Problemen. Wer dir so etwas verspricht, ist bestimmt ein Scharlatan. So ein Glück, wo du nie Probleme hast, kann ich dir nicht versprechen.
Bild: I never promised you a Rosegarden
Die Psychotherapeutin Hannah Green schrieb einen Bericht über die seelisch kranke Deborah. Dieses Mädchen hatte sich vor den Anforderungen des Alltages in ihre eigene Welt geflüchtet. Die Ärztin lockte es wieder aus ihrer Krankheitswelt heraus. Die wirkliche Welt mit ihren Schwierigkeiten und Problemen hat sie dabei nicht beschönigt. Sie machte dem Mädchen nichts vor. Deshalb gab sie auch ihrem Buch den Titel: "I never promised you a rosegarden. - Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen."
Das möchte ich auch nicht tun. Wenn du Jesus nachfolgst, hast du es sogar manchmal schwerer wie sonst. Dann willst du zum Beispiel nicht mehr lügen. Dann willst du lieber die Wahrheit sagen, auch wenn eine Lüge für dich leichter wäre.
Aber du tauschst für diese und andere Unannehmlichkeiten viele andere Annehmlichkeiten ein, von denen ein anderer Mensch nichts weiß. Du erfährst ein Glück, das du vorher noch nicht gekannt hast.
Dieses Glück, das Jesus dir geben will, hängt nicht von den äußeren Umständen ab. Es kann dich auch dann erfüllen, wenn du dich in einer äußerst bescheidenen Lage befindest. Es ist ein Glück, das dich auch dann nicht verlässt, wenn du den Tränen näher bist als dem Lachen.
Das ist wirklich wahr, und ich habe es auch erlebt: Wenn es mir am dreckigsten ging und zu Jesus gerufen habe, dann kam er auch mit seinem Trost und mit seinem Frieden.
Als Schüler hing ich einmal ein Plakat für eine christliche Veranstaltung in der Pausenhalle der Schule auf. Jemand aus meiner Klasse muss mich dabei beobachtet haben. Denn im Klassenzimmer warf er mir vor, ein religiöser Spinner zu sein. Im gleichen Moment kam über mich eine Freude und ein Glück, dass ich demjenigen gar nicht böse sein konnte. Jesus war mir ganz nahe. Da durfte ich erfahren, dass Jesus keinen, der für ihn nur ein bisschen leidet, im Stich lässt. Ich bin mir sicher: Es tut keinem leid, der für seinen Glauben an Jesus verspottet oder gar verfolgt wird. Wenn du tust, was ihn glücklich macht, wirst du auch glücklich.
Bild weg
Auf einer Studentenfreizeit. Die Studenten reden darüber, was sie als Sinn ihres Lebens ansehen. Es entwickelt sich eine rege Diskussion. Da meldet sich eine Studentin zu Wort: "Es gibt ein Lied: ‚Ich bin auf der Welt, um glücklich zu sein.’ Für mich würde ich stattdessen sagen: ich bin auf der Welt, damit Gott glücklich ist." Alle stutzen. Das ist eine Sichtweise, die ihnen fremd ist. Aber es ist die richtige Sichtweise. Es geht im Christsein nicht darum, dass wir Gott dazu benutzen, um unser Leben zu bereichern und uns selbst zu verwirklichen. Sondern es geht darum, uns Jesus zu überlassen. Denn wenn du das tust, was Jesus von dir will, wirst du bestimmt gut durchs Leben kommen. Du wirst nicht unglücklich sondern glücklich. Und du wirst es nie bereuen, mit ihm gelebt zu haben.
Ich wünsche dir, dass du am Ende deines Lebens so wie jener Pfarrer sprechen kannst. Als es mit ihm zu Ende ging, trug er seinem Sohn auf: "Du, sag allen meinen Freunden und Bekannten, wie glücklich und selig mich Jesus gemacht hat – im Leben und im Sterben!"
© 2004 by Dieter Opitz