"Abenteuer Gott" -

Ansprache zum Jugendevent "Good News about Jesus"

vom 24.10.2009

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1. Teil

Bild Indiana Jones und Lara Croft

„Abenteuer Gott“, das klingt so ganz anders, als viele Menschen von Gott reden. Wenn wir das Wort „Abenteuer“ hören, dann denken wir an die Kultfilme von „Indiana Jones“ oder an „Lara Croft“ oder an unzählige Romane, in der ein Held oder eine Heldin ein Abenteuer besteht.

Bild Alexander von Humboldt und David Livingstone

Große Entdecker wie Alexander von Humboldt oder David Livingstone haben wirkliche Abenteuer erlebt. Und zu ihrer Zeit waren sie gefeierte Helden. In bestimmten Computerspielen suchen viele vor allen Dingen junge Leute Abenteuer zu erleben. Es gibt Abenteurer, die versuchen, mit dem Motorrad oder gar mit dem Fahrrad die Welt zu umrunden. Abenteuer, das heißt aus dem Alltag aussteigen, das Gewohnte hinter sich zu lassen, etwas Besonderes erleben, etwas Riskantes unternehmen, um den „ultimativen Kick“ oder Thrill“ zu erleben. Und bei einem echten Abenteuer ist der Ausgang ungewiss.

Bild weg

Auf Gott übertragen, hieße das ja: Auch mit ihm könnte ich etwas Spannendes erleben und um Gott handelt sich um ein aufregendes Wesen, das sich zu entdecken lohnt. Und diese Vermutung stimmt. So viel möchte ich schon vorwegnehmen.

Viele Menschen, vielleicht auch viele von euch, denken allerdings ganz anders von Gott. Es gibt ja unzählige Vorstellungen von Gott.

Bild Notnagel-Gott

Da gibt es den „Notnagel-Gott“. Gut, dass es ihn gibt. Denn dann kann man ihn holen, wenn man ihn braucht. Aber noch besser ist es, wenn man ihn nicht nötig hat.

Bild Gott auf Wolke 7

Dann gibt es den „Milchstraßen-Gott“, denn ein „höheres Wesen“ muss es ja wohl geben. Aber er hat mit unserem Leben nichts zu tun. Teilnahmslos sitzt er auf „Wolke 7“ und ist am Leben der Menschen nicht ein bisschen interessiert.

Es gibt den „Märchenbuch-Gott“, von dem man denkt: „Es war einmal ein Gott...“. Aber einen Gott, der soviel Ungerechtigkeit in der Welt zulässt, den kann es nicht geben, so meint man.

Bild Oberlehrer-Gott

Manche glauben an den „Oberlehrer-Gott“. Für alles Schlimme, was man tut, gibt es Strafen. Und für jede gute Tat schreibt er eine gute Note ins himmlische Notenbuch.

Bild Opa-Gott

Dann gibt es den „Opa-Gott“, der im Schaukelstuhl sitzt, milde lächelt und beide Augen zudrückt, wenn seine Kinder wieder einmal Unfug treiben. Manche buchstabieren das Wort „Gott“ ja so: Guter Opa Total Taub.

Bild Philosophen-Gott

Es gibt den „Philosophen-Gott“, den Gott der Intellektuellen und Gelehrten. Sie reden von Transzendenz und Immanenz, leere Worte, die mit unserem Leben nichts zu tun haben.

Bild Bastel-Gott

Und schließlich gibt es noch den „Bastel-Gott“. Man strickt sich wie bei einem Flickenteppich „seinen Gott“ zusammen, so wie er einem gefällt. Man stellt sich sein persönliches „Gottes-Menü“ zusammen. So ein Menü kann zum Beispiel enthalten: Eine Portion Esoterik, eine Prise Zen-Meditation, ein paar Kräuter aus dem Garten der Astrologie, eine Würzmischung Aberglauben und ein wenig Christentum zum Abschmecken.

Alle diese Gottesvorstellungen haben eines gemeinsam. Sie sind nicht sonderlich aufregend. Können sie auch gar nicht sein. Denn es handelt sich ja um Vorstellungen, das heißt um Gedankengebilde und nicht um Tatsachen, um Erlebnisse. Der Gott der Bibel ist anders.

Bild Blaise Pascal

Wer ihn kennengelernt hat, der ist von ihm fasziniert, so auch Blaise Pascal, der französische Mathematiker und Philosoph. Nach seinem Tod fand man in seiner Jacke einen Zettel eingenäht, das berühmte Memorial: „Feuer! Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Gott der Philosophen und Gelehrten. Gewissheit, Gewissheit, Ergriffenheit, Freude, Friede, Gott Jesu Christi. Er ist nur auf den Wegen zu finden, die im Evangelium gelehrt sind.“

Bild weg

Pascal muss ein sehr aufregendes, entscheidendes Erlebnis mit dem Gott der Bibel gemacht haben. Es ist schade, dass viele Menschen, vielleicht auch viele von euch, das Gähnen anfangen, wenn sie vom Gott der Bibel hören. Vielleicht auch eine Reaktion auf einen langweiligen Religions- oder Konfirmandenunterricht.

Ich selber hatte das besondere Vorrecht, einen sehr spannenden Konfirmandenunterricht gehabt zu haben. Unser Pfarrer hat uns viele Geschichten erzählt, die er selber mit Gott erlebt hatte. Es waren faszinierende Geschichten von erhörten Gebeten und besonderen Erlebnissen mit Gott, eben Wundern. Unser Pfarrer sagte uns immer wieder: „Auch hier könnt ähnliche Geschichten erleben, wenn ihr wie ich an Jesus glaubt. Ihm könnt ihr nie zu viel sondern immer nur zu wenig zutrauen.“ Ich nahm ihm diese Sätze ab und erlebte tatsächlich Ähnliches wie er.

Für heute Abend wünsche ich mir nun auch von jedem von euch, dass ihr mir das abnehmt: „Auch ihr könnt mit Gott Dinge erleben, die ihr euch vorher nicht habt träumen lassen. Es sind oft aufregende Dinge, wirkliche Abenteuer.“

Bild „Es war, als sängen die Engel“

Als „Appetithappen“ für euch gleich mal eine abenteuerliche Geschichte vorneweg: Es ist ein Tatsachenbericht eines amerikanischen Fliegerleutnants. Im Zeiten Weltkrieg musste er mit seiner Fliegerbesatzung im Stillen Ozean notwassern. Acht Mann retten sich in drei kleine Schlauchboote und verbringen drei qualvolle Wochen ohne Nahrung unter der heißen Äquatorsonne. Eine hoffnungslose Lage. Abends treiben sie ihre Boote zusammen. Einer hat ein Neues Testament dabei und liest daraus vor. Dann beten sie das Vaterunser. Eine Bitte wird ihnen natürlich am wichtigsten: Unser tägliches Brot gib uns heute. Und Gott greift ein. Sie erleben, wie Regenwolken in der ersten Gefahr des Verdurstens kommen und ihnen das rettende Wasser bringen, einmal sogar gegen den Wind. In höchster Hungersnot geschieht es, dass während der Nacht eine von ihnen abgeschossene Leuchtrakete Fische anzieht, so dass sie sie fangen können und Nahrung haben. Nach drei Wochen wurden sie gerettet. Der Erzähler glaubte vor der Notwasserung nicht an Gott. Doch in dieser Wasserwüste fand er seinen Gott. „Es war, als sängen die Engel“, so nannte er seinen Bericht.

Du kannst diese und andere Geschichten, die Menschen mit Gott erlebt haben, anzweifeln. Die Freiheit dazu hast du. Und ich bin dir dann auch nicht böse. Aber Zweifeln bringt dich Gott nicht näher. Wer zweifelt, erfährt nichts von seiner Macht und seiner Kraft. Dies geschieht nur, wenn du es wagst, ihm zu vertrauen.

Bild Wasser trägt

Es ist ja in vielen Lebensbereichen so: Ohne Vertrauen läuft nichts. Wer immer nur auf dem sicheren Land Schwimmübungen macht oder sich ängstlich am Beckenrand festhält, wird nie schwimmen lernen. Er muss es einmal wagen, sich dem Wasser anzuvertrauen. Nur dann erfährt er: Es trägt mich. Und wer sich nie traut, die Füße auf die Pedale zu setzen und zu treten, wird nie Fahrradfahren lernen. Er wird nie erfahren, wie wunderbar es ist, sich auf zwei Rädern fortzubewegen.

Bild Heißluftballon

Vor zwei Jahren bin ich das erste Mal in meinem Leben mit einem Heißluftballon gefahren. Es heißt tatsächlich „gefahren“ und nicht „geflogen“. Die Fahrt war Abends geplant. Am Vormittag las ich in der Zeitung, dass in Kanada jemand mit einem Heißluftballon tödlich verunglückt war. Hätte diese Nachricht nicht einen Tag später in der Zeitung stehen können? Aber ich bin trotzdem ein paar Stunden später in den Tragkorb des Heißluftballons geklettert. Ich habe es auch deshalb getan, weil der Ballonführer ein besonnener Mann gewesen war. Er ging, das merkte ich, kein unnötiges Risiko ein. Und wie war es nun? Es war einfach herrlich, ein paar hundert Meter über dem Erdboden zu schweben!

Für die Ballonfahrt, die dein Leben heißt, kann ich dir nun einen Ballonführer heiß empfehlen. Das ist der Gott der Bibel. Viele Millionen Leute sind im Laufe der Menschheitsgeschichte bei ihm eingestiegen. Ich persönlich kenne von ihnen bestimmt ein paar hundert Personen und habe noch von weiteren hunderten gehört oder gelesen. Von keinem einzigen weiß ich, dass sie es bereut hätten, bei ihm eingestiegen zu sein. Von keinem einzigen. Diese Fahrt ist immer wieder spannend. Ich weiß ja nicht, was auf mich zukommt. Ich weiß auch nicht, wie er mir in schwierigen Situationen immer wieder beisteht. Aber ich erfahre immer wieder, dass er es tut. Dies lässt bei aller Spannung bei mir eine gewisse Neugierde entstehen: Wie wird er wohl jetzt eingreifen? Für mich ist es ein Privileg, mit diesem Glauben leben zu dürfen: Gott greift ein. Er tut Wunder. Ein Privileg, das auch für dich da ist.

2. Teil

Diesem Gott der Bibel kann jeder begegnen. Du kannst ihn nicht sehen, du kannst ihn nicht betasten. Aber du kannst ihn gewissermaßen hören. Er spricht zu dir in der Bibel. Auch wenn Menschen etwas von ihm erzählen, was sie mit ihm erlebt haben oder was die Bibel von ihm sagt, kann es passieren, dass er mit dir redet.

Das ist für mich das Abenteuerlichste von Gott, dass er mit mir redet. Das müsste er ja nicht. Er könnte uns ja einfach in Ruhe lassen und uns uns selber überlassen. Doch das gerade will er nicht. Sein Wesen ist Kommunikation. Er will mit uns eine Beziehung eingehen. „Und Gott sprach“ ist der häufigste Satz, der im Alten Testament vorkommt. Und Gott sprach zu Abraham, zu Mose, zu Jesaja, zu David, zu jedem dieser Menschen, die mit Gott etwas erlebten.

Und im Neuen Testament hat nun das Reden Gottes Fleisch und Blut angenommen. Das Wort wurde Mensch, lesen wir im Johannesevangelium. Das heißt Gott wurde ein Mensch und redet nun durch ihn zu uns.

Bild Krankenheilung und Sturmstillung

In Jesus kam Gott zu den Menschen herab. Er nahm Menschengestalt an. Die Menschen hörten Jesus gerne zu, wenn er Reden hielt. Sie spürten: Gott spricht uns jetzt an. Er redete nicht nur von der Liebe Gottes, sondern sie kam in seinen Worten auch zu ihnen. Noch lauter als seine Worte redete sein Leben. Jesus tat Wunder. Menschen, die sich in ihren Problemen an ihn wandten, erlebten oft die abenteuerlichsten Geschichten. Durch seine Gebete heilte er Kranke. Durch eine Handbewegung brachte er einen tobenden Sturm zum Schweigen. Er konnte sogar Tote auferwecken. Unglaublich aber wahr.

Bild Kreuzigung

Das größte Abenteuer war aber sein Sterben. Jesus wurde hingerichtet. Es war Justizmord. Man hing ihn an ein Kreuz und ließ ihn dort sterben. Doch zwei Tage später ist er wieder auferstanden. Da merkten seine Anhänger: Dieser Jesus ist sogar stärker als der Tod. Und er ist auch stärker als alle Schuld und alles Versagen von uns Menschen. Er kann Schuld vergeben.

Vielleicht denkst du: Vergebung brauche ich nicht. Und außerdem klingt „Vergebung“ nicht sonderlich aufregend. So habe ich auch gedacht, bis ich als 15jähriger auf eine christlichen Freizeit kam. Da hatte ich zunächst ein sehr unangenehmes Erlebnis. Jemand sagte mir: „Du denkst ja auch bloß an dich!“ Das war ein harter Brocken, der mir an den Kopf geworfen wurde. Derjenige entschuldigte sich zwar bei mir, aber ich dachte oder sagte: Eigentlich hast du ja recht! Mein Leben dreht sich letzten Endes wirklich nur um mich. Auch bei mir war das so, der ich mich bis dahin für einen braven, anständigen Jungen hielt. Diese Erkenntnis tat sehr weh. Aber sie war ganz wichtig.

Psalm 103

Dann kam das Abendmahl auf der Freizeit. Vorher lag ich in meinem Zimmer unten in einem Stockbett und blätterte in meiner Bibel herum. Da stieß ich auf den Psalm 103. Bei dem, was ich las, hätte ich am liebsten abgehoben, wenn da nicht über mir ein Bett gewesen wäre. Da las ich nämlich: „Lobe den Herrn meine Seele und alles, was in mit ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen.“ Der dir alle deine Sünden vergibt – das las ich wie mit dem Vergrößerungsglas. Das galt mir! Vergebung! Und ich wurde so froh. Meinem Zimmernachbarn sagte ich ganz aufgeregt: „Lies doch mal den Psalm 103! Da stehen ganz tolle Sachen drin!“ Noch froher wurde ich beim Abendmahl. Da durfte sich jeder eine Karte mit einem Bibelspruch ziehen. Auf meiner stand: „Fürchte dich nicht, du hast Gnade vor Gott gefunden!“ Dieses Wort war für mich eine Bestätigung dafür, das mich nun wirklich nichts mehr von Gott trennt.

So habe ich Vergebung erlebt. Es war ein sehr schönes und aufregendes Erlebnis mit Gott, aber zunächst ein sehr unangenehmes. Wenn dir jemand die Wahrheit sagt, ist das nicht immer schön.

Bild weg

Ein Vater ist mit seiner Tochter in einem Gottesdienst. Alle schauten nach vorne, nur die Kleine stand auf der Kirchenbank und schaute die Leute an. Und gab auch ihre Kommentare über die Leute ab. So sagte sie einmal in die andächtige Stille zu einer Dame hinter ihr: „Weißt du was? Du riechst überhaupt nicht gut!“ Zuerst Totenstille dann lachte die ganze Kirche. Absolute peinliche Situation für die Eltern. Aber das Kind hatte recht. Die Dame stank tatsächlich.

Nun will ich nicht sagen, dass man seinen Kindern beibringen sollte, sich als Geruchspolizei zu betätigen und alle Stinker der Welt namentlich zu benennen. Tatsache aber ist, dass die Wahrheit manchmal weh tut. Wenn du dich auf das Abenteuer Gott einlässt, musst du offen dafür sein, dass Gott – manchmal auch durch andere – Bereiche in deinem Leben aufdeckt, die vielleicht nicht so gut riechen, die vielleicht sogar zum Himmel stinken.

Ich weiß, das klingt hart. Aber keine Sorge: Es ist noch viel härter, als es sich anhört! Trotzdem, denk dran: Wenn du erst einmal die Bereiche in deinem Leben kennst, die nicht so gut riechen, oder beginnst kennenzulernen, dann greift Gott ein. Dann schenkt er dir Vergebung. Dann wirst du spüren, dass Gott in dein Leben hineinkommt, und ihm eine andere Richtung gibt. Und du wirst Abenteuer erleben, über die du nur staunen kannst.

Nach dem Abitur wollte ich Pfarrer werden. Dazu musste ich Theologie studieren und Hebräisch lernen. Den Hebräischkurs wollte ich noch vor dem Studium in Erlangen machen. Doch dieser Kurs war schon voll. Ich stand auf einer Warteliste an 20. Stelle. Eigentlich aussichtslos, in den Kurs hineinzukommen. Doch ich betete. Ein lieber Freund riet mir: Fahr doch trotzdem nach Erlangen. Am Abend vor Kursbeginn wurde mir klar: Du sollst nach Erlangen fahren. Gott will das so. Ich tat es am nächsten Morgen, setzte mich in den Kurs hinein. Die Namen wurden vorgelesen. Meiner war nicht dabei. Aber einer, der auf der Liste war, war nicht da. Niemand von der Warteliste konnte verständigt werden. Aber ich war ja da und konnte den Platz des Fehlenden einnehmen.

            Ich blamierte mich also nicht sondern erlebte Wunderbares. Manch einer mag mein Erlebnis als Zufall deuten. Aber es war keiner. Es war ein Eingreifen Gottes, wie ich es immer wieder in meinem Leben erfahren habe. So kannst du es auch erleben. Vertrauen wird belohnt. Wag doch einen kleinen Schritt in die richtige Richtung! Frage Jesus in deiner Situation: Was soll ich tun? Er wird dir antworten. Aber sei auch bereit, ihm zu gehorchen. Wieso sollte er denn sonst mit dir reden?

Bild Sabine Ball

Wenn du bereit bist, ihm zu gehorchen, kannst du die abenteuerlichsten Geschichten erleben, so wie Sabine Ball. Sie wanderte als junge Frau in die USA aus und angelte sich dort einen Millionär als Mann. Die Ehe ging in die Brüche und Sabine geriet in eine Lebenskrise. Sie suchte Gott und fand ihn in Jesus. Als alte Frau ging sie wieder zurück nach Deutschland. Und dort begann mit 68 Jahren erst das eigentliche Abenteuer ihres Lebens.

Sie kam nach Dresden-Neustadt und war erschüttert, nicht nur von den bröckelnden Fassaden sondern vor allen Dingen von den verwahrlosten und kaputten Jugendlichen, die dort wohnten. Betend ging sie durch die Straßen und da hörte sie die Stimme Gottes, sehr leise und sehr klar: „Ich schicke dich hierher!“ Ihr Herz setzte fast aus. Das musste ein Irrtum sein! Sie musste sich verhört haben. Sie ist doch 68 Jahre. Andere sind in diesem Alter schon längst in Rente und sie sollte in dieser trostlosen Gegend ganz vorn vorne beginnen? Und Gott redete weiter: „All die Jahre waren Vorbereitung, Training für diese Arbeit. Hier ist jetzt dein Platz! Wenn du mir vertraust, werde ich es durch dich tun!“ „Nein, Gott – das kann es nicht sein. Ich bin 68 Jahre, eine Frau, kenne hier niemanden, bin ganz allein in einer fremden Stadt!“ Als Antwort hörte sie lediglich eine Bibelstelle: „Wir können alles tun durch Jesus Christus, der uns stärkt.“ (Philipper 4,13)

So ging nun Sabine Ball los, im Vertrauen darauf, dass die Stimme, die zu ihr sprach, keine Einbildung ihrer Phantasie war, sondern die Stimme Gottes, auf den Verlass ist. Und so gründete sie aus dem Nichts ein großes Hilfswerk für sozial benachteiligte Jugendliche in Dresden. Es begann mit einem Jugendcafe, dann kam ein Wohnprojekt für verwahrloste Jugendliche dazu, Kreativwerkstätten, Arbeit unter Kindern in den Parks der Stadt. Gott segnete, gab Mitarbeiter und auch die nötigen Mittel.

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Gott kann dir den Mut geben, auch einmal ein Risiko einzugehen und etwas für ihn zu tun, wovon du sonst nicht zu träumen gewagt hättest. Du kannst Gott um solchen Mut bitten. Aber vergiss nicht, Gott auch gleichzeitig um Weisheit zu bitten. Man kann nämlich ungeheuer mutig handeln und gleichzeitig entsetzlich dumm. Du kannst das größte Risiko eingehen. Wenn Gott es will, wird es dir gelingen. Du kannst aber auch ein kleines Risiko eingehen und du scheiterst jämmerlich, wenn du Dinge tust, die Gott gar nicht von dir haben will. Der Glaube an Jesus ist nichts für „Adrenalinjunkies“, die geradezu süchtig nach Abenteuern sind.

Ich habe einmal folgende Geschichte gelesen: In Italien fuhr ein Mann mit seinem Auto auf der Autobahn. Dann ließ er das Lenkrad los. Er war der Überzeugung: Gott wird sein Auto lenken! So ein Verhalten war natürlich nicht sonderlich intelligent sondern verrückt. Der Mann landete auch an der Leitplanke.

Sicher: Es ist nicht immer einfach, zwischen dem was ich will und dem, was Gott will, zu unterscheiden, zwischen meiner Angst und Gottes Mut machenden Worten, zwischen meinem Draufgängertum und Gottes Vorsicht. Aber du kannst Gott darum bitten und glauben, dass dir das klar wird.

Bild „Rocky“

Wer sich auf ein Leben mit Jesus einlässt, der wird immer wieder Wunderbares erleben. Aber es wird nicht so gehen, dass es dir immer gut geht, dass du nie krank wirst, nie arbeitslos, nie Schwierigkeiten mit anderen Menschen bekommst. Jesus führt einen auch manchmal ins Leiden hinein. Aber er geht mit und lässt einen dann nicht allein.

Ich denke an Gerhard Bauer, alias "Rocky". Er war ein ehemals gewalttätiger Rocker und bekehrt sich in seinen letzten Lebensjahren zu Christus. Alles Gewalttätige und Finstere seines Wesens nahm Jesus ihm ab. Aber eines ersparte er ihm nicht, eine schwere Krankheit, an der er schließlich starb. Auf dem Sterbebett fragt ihn Günther Klempnauer: "Würdest du verzweifeln, wenn du nicht wieder gesund wirst?"

Gerhard antwortet ihm ruhig und konzentriert: "Nein, ich bete nur, Herr, dein Wille geschehe! So war ich an Stufen angelangt, wo ich mein Leben völlig aufgegeben habe. Ich hab natürlich gesagt: Wenn ich noch irgend etwas für dich tun kann, würde ich mich freuen, wenn du mir noch eine Zeit schenkst. Aber ich wäre genauso gern eingeschlafen und zu ihm gegangen, weil ich weiß, dass dort Licht ist."

Bild weg

Das größte Abenteuer geht irgendwann einmal zu Ende. Dann hat der Filmheld den letzten Feind besiegt, dann hat einer wie Reinhold Messner alle Achttausender bestiegen, dann hat der Wissenschaftler seine wichtige Erfindung gemacht. Aber das „Abenteuer Gott“ bleibt bestehen. Ich bin mir sicher: Auch nach dem Tod hört es nicht auf. In der Ewigkeit Gottes wird es nicht todlangweilig. Da muss man nicht für alle Zeiten nur „Halleluja“ singen, wie beim „Münchner im Himmel“. Sondern da gibt es viel zu entdecken und viel zu tun. Vor allen Dingen bin ich gespannt darauf, die interessanteste Person der Weltgeschichte nun wirklich sehen zu können: Das ist Jesus.

© 2009 Dieter Opitz